Wenn du mit einer Infrarotheizung heizen willst, taucht fast immer dieselbe Frage auf: Wie viel Strom verbraucht das eigentlich? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn der Bedarf hängt von mehreren Punkten ab. Entscheidend sind vor allem die Raumgröße, die Leistung der Heizung, der Dämmstandard und natürlich auch dein Heizverhalten. Damit du nicht mit groben Schätzungen arbeiten musst, kannst du den folgenden Rechner nutzen und dir einen ersten Richtwert für deinen möglichen Jahresverbrauch anzeigen lassen.
Stromverbrauch Infrarotheizung: Der Online-Rechner
Unser Rechner hilft dir dabei, den ungefähren Stromverbrauch deiner Infrarotheizung pro Jahr zu ermitteln. Dafür gibst du einfach die Raumgröße in Quadratmetern, die Wattzahl der Heizung und den Dämmzustand des Raums oder Gebäudes ein. Anschließend bekommst du zwei wichtige Werte:
- einen geschätzten Jahresverbrauch in kWh
- den Verbrauch pro Stunde bei voller Leistung
Das ist besonders praktisch, wenn du abschätzen willst, ob eine bestimmte Heizleistung zu deinem Raum passt oder welche laufenden Kosten auf dich zukommen könnten.
Infrarotheizung Rechner
Ermitteln Sie einen ungefähren Richtwert für den jährlichen Stromverbrauch Ihrer Infrarotheizung – basierend auf Raumgröße, Heizleistung und Dämmstandard.
Wichtig ist dabei: Der Rechner liefert Richtwerte, keine exakten Verbrauchsdaten. In der Praxis spielen auch Außentemperatur, Raumhöhe, Fensterflächen, Thermostat-Einstellung und die tatsächliche Nutzungsdauer eine Rolle.
Wie viele Watt pro Quadratmeter?
Die Frage nach der richtigen Wattzahl pro Quadratmeter ist ein Klassiker. Ganz ohne Einordnung führt sie aber schnell in die Irre. Es gibt keine einzige Watt-pro-m²-Zahl, die immer passt. Ein gut gedämmter Neubau braucht deutlich weniger Heizleistung als ein älterer, zugiger Raum mit großen Fensterflächen.
Als grobe Orientierung kannst du mit folgenden Bereichen arbeiten:
- gut gedämmter Neubau: etwa 40 bis 50 Watt pro m²
- durchschnittlich gedämmtes Gebäude: etwa 60 bis 80 Watt pro m²
- schwächer gedämmter Altbau: etwa 80 bis 100 Watt pro m², teils auch mehr
Diese Werte helfen dir bei der ersten Einschätzung, ersetzen aber keine genaue Heizlastberechnung. Für die Praxis bedeutet das: Ein Raum mit 20 m² braucht in einem modernen Gebäude oft deutlich weniger Heizleistung als derselbe Raum in einem älteren Haus. Wer zu knapp plant, riskiert zu lange Laufzeiten und weniger Komfort. Wer deutlich zu hoch ansetzt, hat zwar Reserven, nutzt die installierte Leistung aber nicht immer sinnvoll aus.
Deshalb lohnt es sich, die Leistung nicht nur nach Fläche auszuwählen, sondern auch nach dem Zustand des Gebäudes. Der Rechner berücksichtigt diesen Punkt über die Auswahl der Dämmung und kommt dadurch näher an einen realistischen Richtwert heran als eine reine Quadratmeterformel.
Stromkosten für das Heizen mit Infrarot
Der Stromverbrauch in kWh ist die eine Seite, die Stromkosten sind die andere. Damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst, ist es sinnvoll, mit mehreren Preisstufen zu rechnen. Denn niemand weiß heute exakt, wie sich der Strompreis entwickelt. Für eine solide Abschätzung reicht es aber, mit verschiedenen Szenarien zu arbeiten.
Nehmen wir drei einfache Rechenbeispiele:
- 2.000 kWh pro Jahr entsprechen bei 0,30 €/kWh rund 600 €
- 2.000 kWh pro Jahr entsprechen bei 0,35 €/kWh rund 700 €
- 2.000 kWh pro Jahr entsprechen bei 0,40 €/kWh rund 800 €
Bei höherem Verbrauch steigen die Kosten entsprechend. Ein Beispiel:
- 3.500 kWh pro Jahr kosten bei 0,30 €/kWh rund 1.050 €
- 3.500 kWh pro Jahr kosten bei 0,35 €/kWh rund 1.225 €
- 3.500 kWh pro Jahr kosten bei 0,40 €/kWh rund 1.400 €
Für die Praxis ist deshalb nicht nur der Verbrauch wichtig, sondern auch die Frage, wie effizient du die eingesetzte Wärme tatsächlich nutzt. In einem gut gedämmten Raum kann eine Infrarotheizung durchaus ordentlich funktionieren. In einem schlecht gedämmten Gebäude wird es schnell teuer, weil die Wärmeverluste höher sind und die Heizung länger arbeiten muss.
Wenn du für die Zukunft kalkulierst, ist es vernünftig, nicht nur mit einem günstigen Tarif zu rechnen. Besser ist ein Korridor mit mehreren Annahmen. So siehst du sofort, wie empfindlich deine Heizkosten auf Preisänderungen reagieren. Je höher der Strompreis, desto wichtiger werden Dämmung, Regelung und eine passende Dimensionierung der Heizung.
Tabelle: Stromverbrauch bei Infrarotheizungen
Die folgende Tabelle zeigt typische Größenordnungen für den jährlichen Stromverbrauch. Es handelt sich bewusst nicht um starre Festwerte, sondern um grobe Verbrauchsbereiche. Der tatsächliche Bedarf kann darunter oder darüber liegen, je nachdem wie gut das Gebäude gedämmt ist, wie hoch die Räume sind und wie intensiv geheizt wird.
| Wohnungsgröße | Typischer Einsatz | Geschätzter Stromverbrauch pro Jahr |
|---|---|---|
| 30 m² | kleines Apartment / 1-Zimmer-Wohnung | ca. 1.200 bis 2.400 kWh |
| 45 m² | kleine Wohnung | ca. 1.800 bis 3.600 kWh |
| 60 m² | 2-Zimmer-Wohnung | ca. 2.400 bis 4.800 kWh |
| 75 m² | mittlere Wohnung | ca. 3.000 bis 6.000 kWh |
| 90 m² | größere Wohnung | ca. 3.600 bis 7.200 kWh |
| 120 m² | Einfamilienhaus oder große Wohnung | ca. 4.800 bis 9.600 kWh |
Die Spannweite ist absichtlich recht breit. Das hat einen einfachen Grund: Infrarotheizungen reagieren stark auf die bauliche Situation. Zwei Wohnungen mit identischer Fläche können im Alltag spürbar unterschiedliche Verbräuche haben. Eine modernisierte Wohnung mit guten Fenstern und ordentlicher Dämmung liegt meist klar günstiger als ein ungedämmter Altbau mit hoher Decke und vielen Außenflächen.
So funktioniert das Heizen mit Infrarot
Auch wenn sich im Alltag oft alles um Wattzahlen und Stromkosten dreht, lohnt sich ein kurzer Blick auf das eigentliche Prinzip. Eine Infrarotheizung erwärmt nicht in erster Linie die Luft wie ein klassischer Konvektor. Stattdessen gibt sie Wärmestrahlung ab. Diese trifft auf Wände, Möbel, Boden und den menschlichen Körper und wird dort in Wärme umgewandelt.
Genau das ist der Grund, warum sich Infrarotwärme oft anders anfühlt als die Wärme eines herkömmlichen Heizkörpers. Der Raum muss nicht zwingend komplett mit warmer Luft gefüllt sein, damit er als angenehm empfunden wird. Die Wärme wird direkter wahrgenommen.
Das heißt aber nicht, dass Physik plötzlich Urlaub macht. Wenn ein Raum viel Wärme nach außen verliert, muss auch eine Infrarotheizung entsprechend oft nachheizen. Die Strahlungswärme kann Komfort schaffen, sie ersetzt aber keine Dämmung. Deshalb hängt die Wirtschaftlichkeit immer stark davon ab, wie gut Gebäudehülle und Heizkonzept zusammenpassen.
Besonders sinnvoll ist Infrarot oft in einzelnen Räumen, die schnell und gezielt beheizt werden sollen, etwa im Bad, im Arbeitszimmer oder im Gästezimmer. Als alleinige Hauptheizung für große, schwächer gedämmte Flächen muss man deutlich genauer rechnen. Sonst wird aus der scheinbar einfachen Lösung schnell ein Dauerabo auf hohe Stromrechnungen. Der kleine Energiedrache wohnt nämlich gern in schlecht gedämmten Ecken.
Vergleich Infrarot- und andere Heiztechniken
Infrarotheizungen haben einige Eigenschaften, die sie von anderen Heizsystemen unterscheiden. Sie sind meist einfach zu montieren, brauchen kein wasserführendes Leitungssystem und lassen sich relativ unkompliziert in einzelnen Räumen nachrüsten. Außerdem arbeiten sie lokal und direkt. Das ist praktisch, wenn du nicht ein ganzes Haus, sondern nur bestimmte Bereiche beheizen willst.
Im Vergleich zu einer klassischen Zentralheizung mit Gas oder Pellets fehlt allerdings der Vorteil eines zentralen Wärmeerzeugers für das ganze Gebäude. Eine Wärmepumpe wiederum kann aus einer Kilowattstunde Strom meist ein Vielfaches an nutzbarer Wärme erzeugen. Genau deshalb liegen die laufenden Kosten dort in vielen Fällen niedriger als bei direkter elektrischer Beheizung.
Grob lässt sich das so einordnen:
- Infrarotheizung: einfache Installation, direkte Strahlungswärme, gut für einzelne Räume oder spezielle Nutzungen
- Klassische Elektroheizung: ebenfalls einfach, oft stärker luftbasiert, meist ähnlich sensibel bei Stromkosten
- Gasheizung: lange verbreitet, zentral, aber mit höherem technischem Aufwand und anderen Preisrisiken
- Wärmepumpe: in vielen Fällen sehr effizient, dafür meist deutlich aufwendiger in Anschaffung und Planung
Das bedeutet nicht, dass Infrarot grundsätzlich gut oder schlecht ist. Es kommt auf den Einsatzfall an. Für kleine, zeitweise genutzte Räume kann die Lösung sehr vernünftig sein. Für große Flächen mit dauerhaftem Heizbedarf muss man genauer hinsehen. Dort entscheidet weniger die Idee an sich als die Kombination aus Gebäudezustand, Heizdauer und Strompreis.
